Cine-Club Perla-Mode

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Samstag, 8. Juli, Türe/Bar 20:00 Uhr, Beginn Clubgespräch 20:30 Uhr
Last Tango, Röntgenstrasse 6, 8005 Zürich
20:30

Clubgespräch mit Gisela Storch-Pestalozza und im Anschluss, 16mm-Projektion von: Fitzcarraldo, Werner Herzog, BRD, 1982, 158 min, deutsch

In Ausgabe No 61 stellen wir die Arbeit von Gisela Storch-Pestalozza ins Zentrum. Als Kostümbildnerin für Ausstellungen, Film, Theater und Oper hat sie mit vielen internationalen Künstlern - wie Ulrike Ottinger oder Stefan Jäger - gearbeitet. Auch zu etlichen Filmen von Werner Herzog hat sie die Kostüme entworfen - darunter Fitzcarraldo

Gisela Storch-Pestalozza wird uns hautnah berichten, „wie wir in diesen Jahren im Dschungel, unter abenteuerlichsten Bedingungen versucht haben Fitzcarraldo zu drehen. Film ist eine Traumfabrik, macht aber viel Arbeit.“ 

Der Abend beginnt mit dem Clubgespräch, das Laura Locher (Kostümbildnerin) mit Gisela Storch-Pestalozza führen wird. 

Und sobald es dunkel ist, werden wir im Last Tango die 16mm-Projektion starten, um den geschichtsträchtigen Film nochmals mit neuen Augen erleben zu können.

Bereits während den Dreharbeiten wurde Fitzcarraldo zur Legende. Abenteuerliche Geschichten von der Filmproduktion im peruanischen Dschungel fanden den Weg in die Presse, begleitet von Showbusiness-Tratsch über Streitereien zwischen Werner Herzog und Hauptdarsteller Klaus Kinski. Herzog soll gesagt haben: „Falls ich diesen Film fallenlassen sollte, wäre ich ein Mann ohne Träume… Ich lebe mein Leben oder beende mein Leben mit diesem Projekt.“

In Klaus Kinskis Buch: „Ich brauche Liebe“, wiederum finden sich bissige Gegendarstellungen. „Sobald Herzog den Braten riecht“, schreibt Kinski, „klebt er wie eine Schmeissfliege an mir und will mir alles wegfressen. Er schleppt Tag und Nacht ein Notizbuch in einem Lederetui am Gürtel mit sich herum, in das er seine grossmäuligen Lügenberichte über die Dreharbeiten einträgt. Dazu hat er sich einen sogenannten Dokumentarfilmer engagiert, Less [!] Blank, der an nichts anderes denkt als an fressen - und der einen Dokumentarfilm über Herzog drehen soll. Dieser Fresssack ist so faul, dass er alles verpennt."

Zwei Filme wurden über die Dreharbeiten gemacht: "Burden of Dreams“ von dem oben erwähnten Les Blank, und viel später „Mein liebster Feind“ von Werner Herzog selbst. Fitzcarraldo lässt sich kaum mehr trennen von den Mythen und Geschichten, die seine Herstellung umranken.

Der Cine-Club wurde 2012 in einem Wohnzimmer gegründet, um gemeinsam Filme zu schauen, zu besprechen, Leute einzuladen, miteinander zu tafeln und Kopfgeld auf einen verschollenen Darsteller auszusetzen. Anlässlich der letzten Monate des Perla-Mode haben wir den Club öffentlich gemacht. Seit der Schliessung sind wir zu Gast an unterschiedlichen Spielstätten. 

Gefördert durch Stadt Zürich Kultur