New (Object) Order

Christoph Hänsli
Eduardo Rubén
Francisco Sierra

New (Object) Order
Opening: 30.8.19 from 18:00

30.8.19 – 26.10.19

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What does a metal rod, ashtray and ventilation vent all have in common? These are some of the subject matters that will be presented in Last Tango's upcoming exhibition with Christoph Hänsli (b. 1963, Zurich), Eduardo Rubén (b. 1958, Havana, Cuba) and Francisco Sierra (b. 1977, Santiago, Chile). In New (Object) Order, featuring mainly painting and works on paper, Last Tango breaks away from its usual pairing and invites a third artist into the mix.  

Versed in the skills of hyperreal painting and drawing, this threesome convincingly create visual illusions of reality or morphed realities. In New (Object) Order the featured works will be put together in a delicate dance with clusters of mental associations in the hope that viewers engage in an 'intensity of looking' (Berger). Light-handedly arranged, the featured artworks will try to push the viewer's notion of awareness, perception and representation, in the hope of evoking associations related to ideas of confinement, the everyday, texture, perspectival space, the haunted, linearity, freedom and dystopia.   

The practice of the trio embodies an uncanniness and absurdity as in the following bar joke: "A priest, a minister, and a rabbi walk into a bar. The bartender looks at them and says, 'What is this, a joke?'" 

Through the seduction of painting can the semantics of objects be thought of differently? Magritte's epic title Treachery of Images (1929) comes to mind, but here what surfaces is not related to the gap between language and meaning, but rather one that relates to subjectivity, context and culture.

Christoph Hänsli (b. 1963, Zurich)

Christoph Hänsli attended the Lucerne School of Art and Design from 1984 to 1988, fol­lowed by studies in film the­ory and the history of photog­ra­phy at Zurich Uni­ver­sity. Since 1997 his work has been exten­sively exhib­ited in solo and group shows. He lives and works in Zurich. His most recent solo exhibitions are Der Generator, 2018-2019, Galerie Judin, Berlin, and Nasse Hunde bleiben draussen!, 2018, Grand Palais, Bern.

Eduardo Rubén (b. 1958 in Havana, Cuba)

Rubén’s art practice spans 35 years. Originally trained as an architect, Rubén represented Cuba in the 1995 Venice Biennale and participated in the Havana Biennale in 1984 and in 1994, as well as in many other solo and group exhibitions. Eduardo Ruben is a graduate of Instituto Superior Politecnico Jose Antonio Echevarria in Havana, Cuba. Rubén’s works are part of collections in Havana at the Wifredo Lam Center, the Fondo Cubano de Bienes Culturales, the National Museum of Fine Arts and the National Council for Visual Arts (CNAP).

Francisco Sierra (b. 1977 in Santiago, Chile)

Francisco Sierra emigrated to Switzerland in 1986. He lives and works in Cotterd, Switzerland. From 1998-2003 he studied music studies and is a trained violinist. He is a self-taught painter His most recent awards include the Recognition Award, UBS; Culture Foundation 2017; Werkbeitrag Kanton Appenzell Ausserrhoden 2016 and the Manor Art Prize, St.Gallen 2013. His most recent solo exhibitions are Family Affairs (with Mäschi), 2019, Ballostar Mobile, Bern, and Healthy Wealthy, 2018, Lokal-int, Biel.  

- DEUTSCH -

Was haben ein Metallstab, ein Aschenbecher und eine Lüftungsöffnung gemeinsam? Unauffällige, in unserem Alltag zunächst als selbstverständlich und trivial wahrgenommene Gegenstände wie diese werden in der kommenden Ausstellung mit Christoph Hänsli (*1963 in Zürich), Eduardo Rubén (*1958 in Havanna, Kuba) und Francisco Sierra (*1977 in Santiago, Chile) zum zentralen Thema. In New (Object) Order, mit dem Schwerpunkt Malerei und Arbeiten auf Papier, löst sich  Last Tango vom üblichen kuratorischen Konzept der Zweierpaarung und erweitert diese zu einer Gruppierung dreier Künstler. 

Die Hyperrealität in Malerei und Zeichnung vereint die drei Positionen in der überzeugenden visuellen Illusion von Realität, zugleich jedoch auch in der Erzeugung amorpher, entfremdeter Realitäten. New (Object) Order  führt die Arbeiten der drei Künstler zu einem fragilen Tanz mit unterschiedlichen mentalen Assoziationen zusammen, in der Hoffnung, den Betrachtenden  eine "Intensität des Sehens" (Berger) zu verschaffen. In einem lockeren, ein eher poetisches denn lineares Narrativ verfolgenden Arrangement bieten die präsentierten Kunstwerke Vorschläge, die Begriffe des Bewusstseins, der Wahrnehmung und der Repräsentation zu schärfen. Möglicherweise, ja im besten Fall, werden auf diese Weise Assoziationen der Enge, des Alltäglichen, der Oberfläche und Textur, des perspektivischen Raums, des Geisterhaften, der Linearität, der Freiheit und nicht zuletzt der Dystopie innerhalb der eigenen Wahrnehmung geweckt.

In den Arbeiten der drei Künstler liegt eine subtile Gleichzeitigkeit von Unheimlichkeit und Absurdität vor, wie es etwa der folgenden Bar-Witz zum Ausdruck bringt: "Ein Priester, ein Minister und ein Rabbiner gehen in eine Bar. Der Barkeeper schaut sie an und sagt: "Was ist das, ein Witz?""

Kann durch die Verführung der Malerei die Semantik hinter den Dingen und Objekten auf eine andere Weise betrachtet werden? In Anlehnung an Magrittes episches Gemälde Treachery of Images (1929) kann die sichtbare Oberfläche als Brücke zwischen einer Kluft betrachtet werden, jedoch nicht die Kluft von Sprache und Bedeutung tilgend, wie sie bei Magritte so oft vorliegt, sondern als Brücke zwischen den Begriffen der Subjektivität, des Kontexts und der Kultur. 

Christoph Hänsli (* 1963, Zürich) 

Christoph Hänsli erhielt zwischen 1984 und 1988 eine künstlerische Ausbildung an der Hochschule Luzern für Design und Kunst. Im Anschluss daran absolvierte er ein an der Universität Zürich ein Studium der Filmgeschichte und der Theorie der Fotografie. Seit dem Jahr 1997 ist Christoph Hänsli regelmässig in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten. Zu aktuellen Einzelausstellungen zählen Der Generator, 2018-2019, Galerie Judin, Berlin und Nasse Hunde bleiben draussen!, 2018, Grand Palais, Bern. Christoph Hänsli lebt und arbeitet in Zürich. 

Eduardo Rubén (* 1958, Havanna, Kuba) 

Der Beginn Eduardo Rubéns künstlerische Tätigkeit über 35 Jahre zurück. Zunächst schloss er am Instituto Superior Politecnico José A. Echevarría in Havanna eine Ausbildung als Architekt ab, seine künstlerische Tätigkeit begann Rubén jedoch bereits 1975. 1995 vertrat Rubén Kuba an der Biennale von Venedig und war in den Jahren 1984 und 1994 Teil der Biennale von Havanna. Hinzu kommen zahlreiche weitere Einzel- und Gruppenausstellungen. Sein Werk ist Teil namhafter Sammlungen in Kuba. Dazu gehören die Sammlung des Wifredo Lam Center in Havanna, der Fondo Cubano de Bienes Culturales, das National Museum of Fine Arts sowie die Sammlung des National Council for Visual Arts (CNAP). Hinzu kommen weitere Sammlungen weltweit, in welchen er vertreten ist. Eduardo Rubén lebt und arbeitet zurzeit in Kuba.

Francisco Sierra (* 1997, Santiago, Chile) 

Francisco Sierra emigrierte 1986 in die Schweiz. Zwischen 1998 und 2003 studierte er Musik und ist ausgebildeter Violinist. Als Künstler ist Sierra ein Autodidakt. Zu aktuellen Ausstellungen zählen Family Affairs (with Mäschi), Ballostar Mobile, Bern; Clearasil, 2018, Grand Palais, Bern; Healthy Wealthy, 2018, Likal-int, Biel. Sierra ist Träger zahlreicher nationaler Förderpreise. Eine Auswahl umfasst unter anderem: Recognition Award UBS Culture Foundation, 2017; Werkbeitrag Kanton Appenzell Ausserrhoden 2016; Manor Kunstpreis St. Gallen, 2013. Francisco Sierra lebt und arbeitet in Cotterd, Waadt.

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